Mehrere Jobs

Minijob und kurzfristige Beschäftigung zeitgleich ausüben

Immer wieder erhalte ich Fragen zur Zusammenrechnung mehrerer gleichzeitig ausgeübter Beschäftigungen, vermehrt kommt dabei auch die Konstellation Minijob und kurzfristige Beschäftigung zur Sprache.

Grundsätzlich sind mehrere Beschäftigungen zusammenzurechnen. Das gilt für die parallele Ausübung mehrerer Minijobs, aber auch wenn ein Arbeitnehmer mehrere versicherungspflichtige Beschäftigungen parallel bei verschiedenen Arbeitgebern ausübt.
Natürlich gilt auch hier, keine Regel ohne Ausnahme. Zwar sind geringfügige Beschäftigungen zusammenzurechnen, aber nicht, wenn es sich um eine geringfügig entlohnte Beschäftigung (Minijob) und eine kurzfristige Beschäftigung handelt. Dieser Sonderfall „Minijob und kurzfristige Beschäftigung“ ist von der Zusammenrechnung nämlich ausgenommen.

Minijob und kurzfristige Beschäftigung möglich
Es ist somit also (ohne Nachteile) möglich einen Minijob und eine kurzfristige Beschäftigung auszuüben. Eine Zusammenrechnung dieser beiden geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse ist nicht vorgesehen. Somit kann ein Minijobber, der das ganze Jahr auf Minijobbasis (450-€-Job) arbeitet, in den Ferien eine kurzfristige Aushilfstätigkeit aufnehmen kann.

Wichtig dabei ist jedoch, dass die beiden Beschäftigungen bei unterschiedlichen Arbeitgebern durchgeführt werden müssen. Beide Beschäftigungen dürfen nicht zeitgleich bei einem Arbeitgeber (denselben Arbeitgeber) durchgeführt werden, dann würde es sich nämlich um ein einheitliches Beschäftigungsverhältnis handeln.


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Beispiel:
Ein Minijobber übt eine unbefristete Beschäftigung bei Arbeitgeber A für 300 € monatlich aus. In den Ferien nimmt er parallel eine kurzfristige Beschäftigung (maximal 70 Arbeitstage) bei Arbeitgeber B auf. Hier erhält er 800 € monatlich.

Da es sich um unterschiedliche Arbeitgeber handelt, können die beiden geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse problemlos parallel ausgeübt werden. Eine Zusammenrechnung von Minijob und kurzfristiger Beschäftigung erfolgt hier also nicht.

Auch möglich: Hauptjob, Minijob und kurzfristige Beschäftigung
Eine andere (oft nicht bekannte) Variante der Mehrfachbeschäftigung ist die folgende Konstellation. Ein Arbeitnehmer kann einen versicherungspflichtigen Hauptjob ausüben, daneben einen (anrechnungsfreien) Minijob und zusätzlich noch einen kurzfristigen Aushilfsjob, ohne dass diese Beschäftigungen addiert werden. So kann der Arbeitnehmer jede Menge Beiträge zur Sozialversicherung sparen.

Allerdings sollten Sie bei solchen Konstellationen genau prüfen, ob es wirklich zulässig ist. Denn falls sich am Ende des Tages herausstellt, dass die Jobs doch zusammenzurechnen sind, sind Sie als Arbeitgeber häufig der Leidtragende, da die Sozialversicherung sich an den Betrieb als „Zahlmeister“ hält.


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Das müssen Sie zu dieser Konstellation wissen
Aus sozialversicherungsrechtlicher Sicht müssen folgende Bedingungen vorliegen:

  • Die Beschäftigungen müssen bei verschiedenen Arbeitgebern ausgeübt werden.
  • Und es müssen natürlich die Kriterien für eine versicherungspflichtige Beschäftigung, einen Minijob und eine kurzfristige Beschäftigung erfüllen.

Aus steuerlicher Sicht, ist es unter Umständen etwas diffiziler. Hier wird der Hauptjob in aller Regel nach Steuerklasse (Steuerklasse I bis V) besteuert. Im Minijob ist die Pauschsteuer mit 2 % in den meisten Fällen das Mittel der Wahl.

Kniffelig wird es in der kurzfristigen Beschäftigung. Hier ist zwar grundsätzlich auch eine Pauschalversteuerung möglich. Diese ist mit 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer jedoch recht teuer. Neben dem Kostenargument (Pauschalversteuerung zu teuer) ist es aber in vielen Jobs aufgrund des „hohen Verdienstes“ gar nicht möglich die Pauschalversteuerung zu nutzen. Daher bleibt vielfach nur die Möglichkeit den kurzfristigen Aushilfsjob mit Steuerklasse VI zu versteuern. Ob dies sinnvoll ist, muss sicher individuell überlegt werden.

Tipp: Fertigen Sie eine Testabrechnung für die kurzfristige Aushilfstätigkeit an, damit Sie und der Arbeitnehmer konkret abschätzen können, wie hoch der Nettoverdienst in der kurzfristigen Aushilfstätigkeit tatsächlich ist.

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