Krankenversicherung: Familienversicherung für Minijobber

Krankenversicherung: Familienversicherung für Minijobber

Minijob und Familienversicherung

Die Familienversicherung für Minijobber ist oftmals der Krankenversicherungsschutz der Wahl. Da durch einen Minijob allein keinen Krankenversicherungsschutz besteht, stellt sich für Minijobber natürlich die Frage, wie sie sich krankenversichern können.

Hier ist oft die Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung die Möglichkeit einen Krankenversicherungsschutz zu bekommen. Allerdings ist diese kostenfreie Familienversicherung (§ 10 SGB V) für Minijobber an bestimmte Voraussetzungen geknüpft.

Anspruchsvoraussetzungen Familienversicherung für Minijobber

Zunächst ist die wichtigste Voraussetzung, dass es ein Mitglied in einer gesetzlichen Krankenversicherung gibt, das eine kostenpflichtige Mitgliedschaft hat. Also ein Kassenmitglied über das die Familienversicherung der Angehörigen „laufen kann“.

Die Familienangehörigen dieses Kassenmitglieds habe dann unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit sich in der kostenfreien Familienversicherung mit zu versichern.

Diese Personen können in die kostenfreie Familienversicherung gelangen:

  • Kinder und Adoptivkinder,
  • Ehepartner und eingetragene Lebenspartner,
  • Stiefkinder und Enkel, wenn das Mitglied sie überwiegend unterhält,
  • Pflegekinder, wenn sie wie Kinder mit den Pflegeeltern in häuslicher Gemeinschaft leben und
  • Kinder von familienversicherten Kindern.

Eine weitere Voraussetzung ist, dass die Familienangehörigen einen Wohnsitz im Inland haben beziehungsweise der gewöhnliche Aufenthalt im Inland ist.

Altersvoraussetzungen für Kinder in der Familienversicherung für Minijobber

  • Kinder sind kostenfrei in der Familienversicherung mitversichert bis:
  • zum vollendeten 18. Lebensjahr.
  • zum vollendeten 23. Lebensjahr, wenn sie nicht erwerbstätig sind.
  • zum vollendeten 25. Lebensjahr, wenn sie zur Schule gehen oder eine schulische Berufsausbildung absolvieren.

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Eine Verlängerung dieser Altersgrenzen ist möglich durch einen bereits geleisteten Wehr- und Zivildienst oder einen bereits geleisteten Freiwilligendienst.

Sonderfall behinderte Kinder

Für Kinder, die wegen einer Behinderung außerstande sind, selbst für ihren Unterhalt zu sorgen, gelten diese Altersgrenzen nicht. Voraussetzung ist allerdings, dass die Behinderung bereits in der Zeit bestand, in der das Kind familienversichert war.

Weitere Voraussetzung: Einkommensgrenze

Um in die kostenfreie Familienversicherung für Minijobber zu gelangen, darf das Familienmitglied grundsätzlich für die Familienversicherung die Einkommensgrenze von 1/7 der Bezugsgröße (2017: 425 €; 2018: 435 €) nicht übersteigen.

Höhere Einkommensgrenze bei Familienversicherung für Minijobber

Eine Ausnahme besteht jedoch, wenn ein Minijob ausgeübt wird. Hier gilt dann die Minijobgrenze von 450 € monatlich als Einkommensgrenze. Das bedeutet, auch ein Minijobber mit 450 € Monatsentgelt kann, wenn die weiteren Voraussetzungen erfüllt sind, in der kostenfreien Familienversicherung versichert sein.

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11 Antworten

  1. […] ändert sich für Sie als Arbeitgeber leider nichts. Auch hier verbleibt es bei dem pauschalen Krankenversicherungsbeitrag von 13 % für Minijob […]

  2. Nele Buckup sagt:

    Hallo,
    wie schaut es aus, wenn ich neben einem 450 Euro Job eine geringfügige Beschäftigung annehmen möchte und insgesamt über 450 Euro komme? Muss ich mich dann für den entsprechenden Monat neben der Familienversicherung in einer 2. Gesetzlichen versichern lassen?
    Viele Grüße

  3. Jutta Rothe sagt:

    Ich arbeite neuerdings als Nachtwache im ambulanten Dienst auf 450,– € – Basis.
    Durch Sonntags- und Nachtwachenzuschläge (lt. Entgeltabrechnung steuer- und sozialabgabenfrei) komme ich aber auf mehr als 450,– € Monatseinkommen.
    Ich bin über meinen Mann familienversichert in der GKV. Ist das in diesem Fall problematisch, oder sind diese Zuschläge für die GKV nicht relevant?
    Vielen Dank für eine Auskunft.

  4. Andrea sagt:

    Mein Kind ( 20 Jahre alt) ist familienversichert bisher. Jetzt möchte es einen geringfügig entlohnten Aushilfsjob ( 450,–€) monatlich und gleichzeitig für 3 Monate( 70 AT) eine kurzfristige Beschäftigung für 1000,–€ annehmen, sodass für 3 Monate das Einkommen monatlich 1450,–€ betragen wird und somit die Gesamteinkommensgrenze monatlich von 450,–€ für die Familienvetsicherung überschritten wird. Kann es trotzdem weiterhin familienversichert bleiben?
    Vielen Dank im Voraus.
    MfG

    • Marc Wehrstedt sagt:

      … aus meiner Sicht ja.
      Zur Sicherheit sollten Sie sich das aber von Ihrer Krankenkasse schriftlich bestätigen lassen, um ggf. etwas „Offizielles“ in der Hand zu haben…

  5. Simone sagt:

    Hallo ich habe einen minijob und liege unter 450€ bin auch bei meinem mann familienversichert aber mein betrieb zieht mir von meinem lohn krankenversicherung ab ist das rechtens?

  6. Silke Kerl sagt:

    Wie oft darf man im Jahr die 450 Euro Verdienstgrenze im Jahr überschreiten wenn man familienversichert ist? Oder wird das auf ein Jahr hochgerechnet? Beispiel: Man ist beim Partner mitversichert, verdient normalerweise nur unter 450 Euro im Monat, kommt aber in zwei oder drei Monaten im Jahr über 450 Euro. Muss ich mich dann selbst krankenversichern oder kann ich familienversichert bleiben?

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