Lohnabrechnung: Feiertage und Minijobber

Die Lohnabrechnung für Feiertage und Minijobber ist ein vieldiskutiertes Thema. Teilweise gehen hier die Meinungen über eine Vergütung auch weit auseinander, so dass dieses Thema näher beleuchtet werden muss.

Grundsätzlich sind Arbeitnehmer – also auch Ihre Minijobber – auch an arbeitsfreien Feiertagen so zu vergüten, als wenn sie ihre Arbeitsleistung erbracht hätten. Das gilt natürlich auch für Feiertage und Minijobber. Es ist rechtlich unzulässig, wenn Minijobber von der Lohnfortzahlung an einem Feiertag ausgeschlossen werden, obwohl andere Arbeitnehmer den Feiertagslohn erhalten.

Feiertagslohn ist zu zahlen – auch für Minijobs

Die Lohnabrechnung an Feiertagen sollte zunächst genauer betrachtet werden. Wird an dem Feiertag überhaupt gearbeitet oder ist arbeitsfrei, weil Feiertag ist.  Es stellt sich also die Frage, ob der Minijobber eine Arbeitsleistung überhaupt vollbringen kann.

Ist eine Arbeitsleistung des Minijobbers an dem Feiertag ausgeschlossen, beispielsweise weil der Betrieb komplett geschlossen hat, dann bekommt der Minijobber für den Feiertag den Lohn der bei Arbeitsleistung gezahlt worden wäre. Es handelt sich dabei letztlich um die Entgeltfortzahlung an Feiertagen (§ 2 EFZG).

Ist der Minijobber an diesem Wochentag (Feiertag) zur Arbeitsleistung vertraglich oder nach Absprache verpflichtet, dann erhält er auch Feiertagslohn. Er wird dann so gestellt, als wenn er gearbeitet hätte.


Beispiel:

Ein Minijobber arbeitet immer dienstags und donnerstags für vier Stunden als Aushilfe in einem Supermarkt. Er erhält dafür 10 € je Stunde. Im Abrechnungszeitraum fällt ein Dienstag auf einen Feiertag.

Obwohl an dem Feiertag keine Arbeitsleistung von der Aushilfe erbracht worden ist, erhält er für den Feiertag trotzdem seinen Lohn fortgezahlt. Da die Aushilfe jeden Dienstag für die Arbeiten eingeplant ist, Dienstag also ein „normaler“ Arbeitstag ist.


Flexible Arbeitszeiten – so umschiffen Sie den Feiertagslohn

Etwas anders sieht es aus, wenn die Arbeitszeiten flexibler sind. Also im Betrieb monats- oder wochenweise ein Arbeits- bzw. Einsatzplan erstellt wird. Dann kommt es für die Entgeltfortzahlung am Feiertag darauf an, ob der Minijobber an dem Feiertag eingesetzt werden sollte. Wenn im Betrieb gar nicht gearbeitet wird, dann wird dies natürlich im Einsatzplan berücksichtigt, so dass diese Problematik gar nicht bestehen dürfte. Schließlich wird es keinen Arbeitseinsatz eines Minijobbers an einem – an sich – arbeitsfreien Tag geben.

Somit besteht hier im Grunde auch kein Bedarf Entgeltfortzahlung für Feiertage an den Minijobber zu zahlen. Denn wenn kein Arbeitseinsatz geplant war, kann auch keine Arbeitsleistung durch den Feiertag verhindert worden sein, sodass in diesem Fall ein Feiertag nicht vergütet wird.

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