Beschäftigung von Ehegatten im Minijob

Beschäftigung von Ehegatten im Minijob

Die Beschäftigung von Ehegatten im Minijob ist Gang und Gäbe. Allerdings sollten Sie bei der Beschäftigung von Ehegatten im Minijob einige Besonderheiten beachten, damit Ihnen in einer Prüfung durch die Sozialversicherung oder die Lohnsteuer-Außenprüfer das „Beschäftigungsmodell“ nicht um die Ohren fliegt.

Neben der Arbeitsleistung bietet eine Beschäftigung von Ehegatten im Minijob aber auch einen schönen Steuervorteil. Denn die Lohnkosten – inklusive der Lohnnebenkosten – sind Betriebsausgaben. Das kann im Jahr bis zu 7.000 € ausmachen.

Und für den Ehegatten im Minijob sind die Einnahmen bis zu 5.400 € steuerfrei. Allerdings schauen die Prüfer bei der Beschäftigung von Ehegatten im Minijob oft etwas genauer hin, so dass Sie hier die gesetzlichen Regelungen konsequent einhalten sollten.

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3 wesentliche Voraussetzungen für die steuerliche Anerkennung

Bei einer Beschäftigung von Ehegatten im Minijob müssen Sie aus Sicht des Finanzamtes insbesondere die folgenden 3 Punkte unbedingt einhalten:

Es muss sich um ein tatsächliches Arbeitsverhältnis handeln. Das heißt, es reicht nicht, wenn das Arbeitsverhältnis nur auf dem Papier besteht. Sie müssen hier also nachweisen können, dass der beschäftigte Ehegatte auch wirklich im Betrieb mitarbeitet und einen bestimmten Aufgabenbereich ausübt.

Daneben müssen Sie als Arbeitgeber Ihre Arbeitgeberpflichten erfüllen. Das ist in erster Linie die Zahlung eines Entgelts für die erbrachten Leistungen des Arbeitnehmers. Der Ehegatte (Arbeitnehmer) muss natürlich ebenfalls seine Arbeitsleistung tatsächlich erbringen. Sie müssen also im Prüfungsfall nachweisen können, dass beide Arbeitsvertragsparteien ihre Leistungen erbracht haben.

Der Ehegatte im Minijob muss wie eine fremde Arbeitskraft gestellt sein. Das bedeutet, das Arbeitsverhältnis muss mit der Anstellung einer fremden Arbeitskraft vergleichbar sein. Dies gilt einerseits für die Gehaltszahlungen, aber auch für weitere Arbeitsvertragsinhalte, wie Urlaubsanspruch, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und der vereinbarten Arbeitszeit.

Tipp: Setzen Sie für Ehegatten im Minijob einen Arbeitsvertrag wie für Ihre anderen Minijobber auch auf. Damit ist bei einer Prüfung schon vieles gewonnen. Sinnvoll ist es gerade bei Ehegatten die Tätigkeitsbeschreibung konkret zu fassen und gegebenenfalls von Zeit zu Zeit anzupassen.

 

Mindestlohn gilt auch für Ehegatten im Minijob

Natürlich erhalten auch Ihre Ehegatten den gesetzlichen Mindestlohn bzw. den Branchenmindestlohn, wenn Sie bei Ihnen angestellt sind. Hier gibt es keine Ausnahme.

Arbeitszeiten bei Beschäftigung von Ehegatten im Minijob aufzeichnen?

Eine häufige Frage in Seminaren ist die Aufzeichnungspflicht der Arbeitszeit von Ehegatten. Ich empfehle Ihnen ganz klar, die Arbeitszeiten auch bei Ehegatten aufzuzeichnen – gerade bei Minijobbern.

Zwar lässt das Mindestlohngesetz es zu, die Arbeitszeiten für Ehegatten und nahe Angehörige nicht aufzuzeichnen.

ABER: Die Steuerprüfer wollen sehr wohl die Stundenaufzeichnungen (gerade) bei Ehegattenbeschäftigungsverhältnissen sehen.

Ein anderer – oft vernachlässigter Punkt – sind die Geringfügigkeitsrichtlinien zur sozialversicherungsrechtlichen Beurteilung von Minijobbern. In diesen sind ebenfalls die Arbeitszeitaufzeichnungen gefordert.

Kurzum: Zeichnen Sie die Arbeitszeiten auch für Ehegatten auf!

Haben Sie noch weitere Fragen zur Beschäftigung von Ehegatten im Minijob?

Dann nutzen Sie meinen kostenlosen Newsletter mit monatlichen Informationen rund um das Thema Minijobs im Betrieb.

 

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2 Antworten

  1. van Amerongen sagt:

    Guten Tag, ich habe eine Frage: Sie schreiben „… bietet eine Beschäftigung von Ehegatten im Minijob auch einen schönen Steuervorteil. Denn die Lohnkosten – inklusive der Lohnnebenkosten – sind Betriebsausgaben.“

    Mir ist der tatsächliche FINANZIELLE Vorteil nicht klar. Wird der „schöne Steuervorteil“ nicht durch die Sozialabgaben wieder aufgehoben? Der Arbeitgeber/Ehegatte hat zwar einen Steuervorteil, zahlt aber für den Minijob 2 % Steuern und Sozialabgaben. Damit dürfte für den Arbeitgeber nicht wirklich eine Ersparnis dabei herauskommen. Sehe ich das richtig?
    Ist es also nur wirklich von Vorteil, wenn der Minijobber/Ehegatte noch Rentenzeiten braucht?

    • Marc Wehrstedt sagt:

      Guten Abend,

      …es kommt natürlich auf die Steuerlast des Arbeitgebers an…aber ein Beispiel (natürlich stark vereinfacht):
      Bei einem Steuersatz von 40 % und einem Gewinn von 1.000 Euro verbleiben beim Arbeitgeber 600 Euro netto ….ohne Minijob

      Arbeitet der Ehegatte im Minijob und erhält 450 Euro (ca 585 Euro Arbeitgeberbelastung) wird der Gewinn von 1.000 Euro um diese 585 Euro vermindert, es bleiben dann somit nur noch 415 Euro Gewinn übrig. Bei 40 % Steuern sind dies ca 250 Euro netto.
      Der Ehegatte hat aber einen (Nettoverdienst) von 450 Euro, insgesamt also 450 Euro + 250 = 700 Euro netto (insgesamt).

      ich hoffe dies verdeutlich die Idee hinter dem Satz ein wenig…

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