Keine Entgeltfortzahlung für neue Minijobber

Die ersten Arbeitstage bei Minijobber sind besonders wichtig. Denn hier entscheidet sich bereits, ob Sie den Minijobber im Betrieb gebrauchen können oder nicht. Leider gibt es bekanntlich unter den Minijobbern nicht nur „tolle Arbeitnehmer“, sondern leider auch oft genug faule Eier. Daher ist es besonders ärgerlich, wenn ein neuer Minijobber kurz nach Beginn des Arbeitsverhältnisses einen gelben Schein bei Ihnen einreicht.

Nutzen Sie die Wartezeit und zahlen Sie keine Entgeltfortzahlung

Legt der Minijobber einen gelben Schein (Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung) bei Ihnen vor, so müssen Sie auch bei den Minijobbern das Entgelt fortzahlen. Denn auch für Minijobber gilt das Entgeltfortzahlungsgesetz. In § 3 Absatz 1 EFZG ist die Entgeltfortzahlung für Arbeitnehmer beschrieben.

So ist dort geregelt, dass ein Arbeitnehmer für die Dauer von bis zu 6 Wochen Entgeltfortzahlung (EFZ) erhält, wenn er durch Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit an seiner Arbeitsleistung verhindert ist. Eine weitere Voraussetzung ist dabei, dass den Arbeitnehmer kein Verschulden an der Arbeitsunfähigkeit treffen darf.

Da Sie im Betrieb das Verschulden kaum beurteilen können, müssen Sie sich auf das ärztliche Attest (Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung) verlassen und in den sauren Apfel beißen. Legt der Minijobber Ihnen eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vor, so bekommt er für den Krankheitszeitraum den Lohn fortgezahlt, den er bei Arbeitsleistung erhalten hätte (Entgeltausfallersatz).

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Arbeitsunfähigkeit = Entgeltfortzahlung, aber nicht in der Wartezeit!

Liegen die Voraussetzungen vor, so sind Sie als Arbeitgeber zur Entgeltfortzahlung verpflichtet – auch bei Ihren Minijobbern. Der Minijobber erhält also für seine Krankheitszeit den Lohn fortgezahlt, den er erzielt hätte, wenn er gearbeitet hätte. Er wird also so gestellt, als ob er „tatsächlich gearbeitet“ hätte.

Das gilt aber nicht für die ersten 4 Wochen in einem neuen Arbeitsverhältnis. Denn hier kommt eine Sonderregelung nach § 3 Absatz 3 EFZG zum Tragen. Danach brauchen Sie neuen Minijobbern in den ersten 4 Wochen keine Entgeltfortzahlung zahlen, wenn er arbeitsunfähig erkrankt.

Diese „Wartezeit“ gilt natürlich auch für alle anderen Arbeitnehmer, die neu in ein Arbeitsverhältnis eingetreten sind.


Beispiel:

Ein Minijobber beginnt am 1.9.2017

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vom 19.9.2017 bis 23.9.2017

Lösung:

Sie kürzen dem Minijobber für diesen Zeitraum den Lohn, da keine Arbeitsleistung erbracht wurde. Entgeltfortzahlung brauchen Sie nicht zahlen, weil der Minijobber noch keine 4 Wochen bei Ihnen tätig war. (Beispiel aktualisiert 20.10.2017)


Entgeltfortzahlung erst ab dem 29. Tag zahlen

Ist ein Minijobber bereits 4 Wochen (28 Kalendertage) bei Ihnen beschäftigt, so müssen Sie das Entgelt im Falle einer krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit zahlen. Das gilt auch, wenn die Arbeitsunfähigkeit bereits in den ersten 4 Wochen begonnen hat.

Allerdings brauchen Sie dann erst ab dem 29. Kalendertag die Entgeltfortzahlung leisten, weil in den ersten 4 Wochen (28 Tagen) keine Entgeltfortzahlung geleistet werden braucht.

Fortsetzung des Beispiels:

Der Minijobber ist bis zum 30.9.2017 arbeitsunfähig.

Lohnzahlung (Arbeitsleistung): 1.9. bis 18.9.2017

Kein Entgelt (krank in Wartezeit): 19.9. bis 28.9.2017

Entgeltfortzahlung: 29.9. bis 30.9.2017

 

 

Haben Sie weitere Fragen zur Entgeltfortzahlung von Minijobbern, dann schreiben Sie mir gern eine E-Mail oder hinterlassen einen Kommentar.

 

Woher bekommt der Minijobber dann Geld?

Minijobber, die in den ersten 4 Wochen eines neuen Job arbeitsunfähig erkrankten, erhalten kein Geld. Es gibt in diesem Fall auch keine Entgeltersatzleistug von einer dritten Stelle.

Für Auszubildende oder versicherungspflichtige) Arbeitnehmer springt im Krankheitsfall in den ersten 4 Wochen die Krankenkasse des Arbeitnehmers ein und zahlt dem Arbeitnehmer dann Krankengeld.

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8 Gedanken zu „Keine Entgeltfortzahlung für neue Minijobber

  1. Ich bin eine Haushaltshilfe auf Minijob Basis. Die Freundin des Arbeitsgebers war krank und ich sollte nicht kommen.Habe für diesen Tag keinen Lohnbekommen ist es rechtens

    1. Hallo,
      aus meiner Sicht kommt es darauf an, ob es eine Vereinbarung zu den Arbeitszeiten gibt.
      Gibt es dazu keine Regelung, dürfte ein Lohnanspruch schwierig zu verwirklichen sein.
      Wenn es eine feste Arbeitszeitvereinbarung gibt und der Arbeitgeber „verzichtet an diesem Tag“ auf Ihre Arbeitsleistung, bestünde aus meiner Sicht ein Lohnanspruch.

  2. Wenn ich zwei Arbeitsverträge bei unterschiedlichen Arbeitgebern habe im minijob ist das OK muss ich es den Arbeitgebern melden auch wenn ich nicht über450 zusammen komme

    1. Guten Tag,
      in vielen Arbeitsverträgen steht, dass Nebenbeschäftigungen dem Arbeitgeber anzuzeigen sind. Ablehnen kann er diese nur in Ausnahmefällen, z.B. wenn die Arbeitsleistung darunter leidet.
      Ich würde den Arbeitgeber auf jeden Fall informieren.

      Ich hoffe dies hilft Ihnen weiter.

      Viele Grüße
      Marc Wehrstedt

  3. Hallo, ich arbeite seit 25.01.2019 in eine große Firma.
    Am 27.02 bin ich krank geworden und habe eine Krankmeldung bis 08.03 bekommen. Natürlich habe ich das zum meiner Arbeit gesendet, da ich am 28/02-04.05.06.08.09/03 arbeiten musste.
    Am 09.03 bin ich wieder zum arbeiten gegangen und meine Vorgesetzte war sehr sauer auf mich weil ich meine Krankmeldung vorgebracht habe. Sie sagte zu mir, dass ich gar keine Krankmeldung mitbringen soll weil das kostet die Firma sehr viel Geld und ich bin nur Aushilfe, also „nächste mal bitte mir anrufen und ich trage Sie andere Tage, aber nie wieder Krankmeldung vorlegen“ und dann fragte Sie mir ob sie meine Krankmeldung zerreißen darf (was ich ja antwortete weil ich Angst hatte, dass sie mehr wütend auf mich wurde) und dann hat sie mir andere Tage eingetragen zum arbeiten.
    Es ist das richtig? Wenn nicht, was soll ich tun? Ich überlege mich ob ich einen neuen job suchen soll.

    Vielen Dank !!

  4. Hallo,
    Ich arbeite seit Februar diesen Jahres in einem Büro.
    Im Vertrag steht monatliche Arbeitszeit 40std für 400€ monatl.
    Ich geh wöchentlich 10std so steht es geschrieben. Aber KEINE festen Tage stehen im Vertrag. Allerdings gehe ich seit Februar diesen Jahres jeden MONTAG,MITTWOCH und FREITAG.

    Jetzt kam mein Chef auf mich zu und hat meine „Stundenaufzeichnungen“ beanstandet da ich angeblich nicht zu viele Stunden hab sondern eher zu wenig.
    Nachdem ich nachfragte warum hat er im April Mai und auch jetzt für Juni die Feiertage rausgestrichen mit der Begründung ich hätte keine festen Tage und deshalb steht mir das nicht zu das die bezahlt werden und ich hätte eher noch Minusstunden wegen der Feiertage.
    Ist das rechtens? Ist das aufgrund der Dauer nicht so daß ich diese Tage als feste Arbeitstage sehen kann?

    1. … es scheint jedoch keine vertragliche Grundlage für die „festen Arbeitstage“ zu geben, so dass dies auch anders gesehen werden kann.
      Schließlich schreiben Sie ja , dass 40 Stunden monatlich geleistet werden müssen, so dass dies die Grundlage sein dürfte. Daher – so meine Auffassung – sind die 40 Stunden monatlich abzuleisten – wenn dies an „Ihren festen Tagen“ aufgrund von Feiertagen nicht geht, ist die Arbeit an anderen Tagen zu leisten. Ihr Chef weißt ja auch daraufhin, dass es keine festen Tage gibt…

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