12 Euro Mindestlohn geplant

12 Euro Mindestlohn geplant

12 Euro Mindestlohn

Aus den Sondierungspapieren der Ampelkoalition geht hervor, dass ein Anstieg des Mindestlohns auf 12 Euro je Stunde geplant ist. Das würde eine deutliche Steigerung zum aktuellen Mindestlohn bedeuten. Konkret ist dies eine Erhöhung von 2,40 Euro je Stunde und damit das sichere Aus für zahlreiche Arbeitsverhältnisse an der Mindestlohnschwelle. Für Minijobs hat diese Erhöhung des Mindestlohns immense Auswirkungen.

Zunächst das Erfreuliche für die Minijobber, die unterhalb von 12 Euro je verdienen. Für die Minijobber steigt der Stundenlohn dann automatisch auf 12 Euro. Also im Grunde mehr Geld für dieselbe Arbeit. Des einen Freud, des anderen Leid. Für die betroffenen Arbeitgeber heißt es, dass die Lohnkosten entsprechend steigen. Damit stellt sich auch die Frage, wie diese Kostensteigerung aufgefangen werden kann. Vielfach dürfte dies nur über eine Preissteigerung zu machen sein. Auch sollte überlegt werden, ob wirklich alle Minijobber benötigt werden. Es kann unter Umständen auf bestimmte Arbeitsvorgänge verzichtet werden.

 

12 Euro Mindestlohn und Minijob

Die Erhöhung des Stundenlohns auf 12 Euro bedeutet, dass die (aktuell geltende) Minijobgrenze von 450 Euro wesentlich weniger Stunden erreicht wird. Dann können Minijobber nur noch an weniger Arbeitsstunden eingesetzt werden. Das hieße bei der 450-Euro-Grenze eine maximale Arbeitszeit von 37,5 Stunden pro Monat. Im Vergleich zu heute fast 10 Stunden im Monat weniger.

Hier haben die Koalitionäre aber vorgesorgt. Denn gleichzeitig mit Einführung des Stundenlohns von 12 Euro soll dann auch die Minijobgrenze angehoben werden. Im Gespräch ist eine Anhebung der Minijobgrenze von 450 Euro auf 520 Euro pro Monat. Entsprechend dürfte sich dann auch die Midijobgrenze verschieben.

Die Kosten für einen Minijobber an der (dann geltenden) Minijobgrenze von 520 Euro wird dann ca. 680 Euro monatlich betragen (bislang bei ca. 590 Euro).

Die Erhöhung der unteren Gehälter hat aber natürlich auch auf die Gehaltsstufen oberhalb des Mindestlohns Auswirkungen. Denn die mittleren Gehaltsstufen müssen durch die Erhöhung der unteren Gehaltsstufen ebenfalls angepasst werden, so dass sich das gesamte Gehaltsgefüge letztlich nach oben verschieben wird.

Die Anhebung des Mindestlohns wird also weitreichendere Folgen haben. Daher sollten Arbeitgeber, die Minijobber unterhalb von 12 Euro Mindestlohn beschäftigen, bereits jetzt Vorkehrungen treffen, um die Anpassungen im Lohngefüge vorzubereiten, so dass nicht auf einmal alle Gehälter auf einmal erhöht werden müssen.

Arbeitszeit und 12 Euro Mindestlohn

Die Anhebung des Mindestlohns auf 12 Euro hat auch Auswirkungen auf die Arbeitszeit. Denn nach wie vor, beeinflusst das Zusammenspiel von Mindestlohn je Stunde und Minijobgrenze die Anzahl der möglichen Arbeitsstunden der Minijobber.

Mit der Anhebung des Mindestlohns auf 12 Euro und Anhebung der Minijobgrenze auf 520 Euro würde die Arbeitszeit der Minijobber künftig bei maximal 43,33 Stunden im Monat liegen (= 520 Euro : 12 Euro).

Die Minijobber könnten bei einem 12 Euro Mindestlohn rund 43 Stunden pro Monat im etwa gleichen Umfang eingesetzt werden wie nach der bisher geplanten Erhöhung zum 1.7.2022. Die Minijobber bekämen dafür aber 70 Euro mehr im Monat bzw. 1,55 Euro je Stunde mehr.

Zeitpunkt 12 Euro Mindestlohn

Wann der Mindestlohn auf 12 Euro die Stunde erhöht werden soll, ist derzeit noch nicht klar. Zu erwarten ist hier voraussichtlich die Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro zum 1.1.2023, da zum 1.1.2022 und 1.7.2022 schon Mindestlohnerhöhungen bekanntgegeben wurden.

Auch ist dann die Erhöhung auf dem Papier nicht mehr ganz so extrem, da in vielen Branchen die Branchen-Mindestlöhne bereits über 12 Euro je Stunden liegen und der allgemeine Mindestlohn ab 1.7.2022 ohnehin bei 10,45 Euro liegt.

 

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