So können Sie die Minijobgrenze überschreiten

Zum Jahresende haben viele Lohnbüros ein Problem mit Ihren Minijobbern. Denn oftmals kommt es gerade zum Jahresende zu einem Überschreiten der Minijobgrenze. Dann ist guter Rat teuer, denn der Minijobber will einerseits seinen Minijobberstatus nicht aufgeben, andererseits brauchen Sie im Betrieb jede helfende Hand. Welche Möglichkeiten haben Sie also, wenn Sie die Minijobgrenze überschreiten, ohne dass der Minijobberstatus verlorengeht?

Zunächst ist es wichtig zu wissen, dass es sich bei der 450-€-Minijobgrenze nicht um eine starre Grenze handelt. Es darf also durchaus gelegentlich diese Grenze überschritten werden. Im Gesetz steht nämlich, dass das regelmäßige Entgelt monatlich nicht mehr als 450 € betragen darf.

Das regelmäßige Entgelt stellt im Grunde nichts anderes als ein monatliches Durchschnittsentgelt des Minijobbers dar. Wird nämlich auf das Jahr der Wert von 5.400 € (12 x 450 €) nicht überschritten, so ist es kein Problem, wenn Sie in einem Monat die Minijobgrenze überschreiten. Wichtig ist dabei allerdings, dass es sich um ein gelegentliches (und unvorhersehbares) Überschreiten handelt.

Bei schwankenden Entgelten Jahresgrenze von 5.400 €

Wenn Sie sich einen Minijobber vorstellen, der jeden Montag und Dienstag jeweils 5 Stunden arbeitet und je Stunde 10 € erhält. Dann erzielt dieser Minijobber 100 € je Woche. Durch diese festen Wochenarbeitstage kommt es im Jahresverlauf zu Monaten in denen der Minijobber 400 € verdient, es wird Monate geben in denen er 450 € verdient und es wird Monate geben in denen er sogar 500 € verdient.

Einige von Ihnen werden jetzt denken: Moment mal, wie kann er als Minijobber 500 € im Monat verdienen? Dann ist es kein Minijob mehr denn hier ist die Minijobgrenze überschritten.

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So rechnen Sie 2017 Ihre rentenversicherungspflichtigen Minijobber ab

Mittlerweile steht fest, dass sowohl der Beitragssatz zur Rentenversicherung als auch die Mindestbemessungsgrundlage für Ihre rentenversicherungspflichtigen Minijobber im Jahr 2017 unverändert bleiben.

Damit gelten für Ihre rentenversicherungspflichtigen Minijobber die gleichen Rahmenbedingungen in puncto Arbeitgeberkosten wie bereits im Jahr 2016. Auch die weiteren Arbeitgeberabgaben für Ihre Minijobber bleiben 2017 unverändert. Das bedeutet, Sie zahlen für Minijobber, die in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind, 13 % pauschale Arbeitgeberbeiträge. In der Rentenversicherung gibt es ebenfalls keine Veränderung. Hier zahlen Sie als Arbeitgeber einen pauschalen Beitrag von 15 % vom beitragspflichtigem Entgelt.

Sofern Ihre Minijobber mit 2 % Pauschsteuer abgerechnet werden – das ist das Gros der Minijobber – bleibt es ebenfalls bei diesem Betrag.

Rentenversicherungspflicht und Minijobber

Für ihre rentenversicherungspflichtigen Minijobber fällt neben dem pauschalen Arbeitgeberbeitrag von 15 % noch ein Eigenanteil des Arbeitnehmers zur Rentenversicherung an. Dies ist die Differenz zwischen den 15-prozentigen Arbeitgeber-Pauschalbeitrag und dem gültigen Rentenversicherung Beitragssatz von 18,7 %. Somit beträgt der Eigenanteil zur Rentenversicherung des Minijobbers auch 2017 grundsätzlich 3,7 %. Bei den rentenversicherungspflichtigen Minijobbern kommt also nicht die hälftige Beitragstragung zum Zuge.


Beispiel:

Ein rentenversicherungspflichtiger Minijobber verdient 400 € im Monat.

Berechnung der Arbeitgeberbeiträge:

Krankenversicherung: 400 € x 13 % = 52,00 €

Rentenversicherung: 400 € x 15 % = 60,00 €

Berechnung des Arbeitnehmeranteils

Rentenversicherung: 400 € x 3,7 € = 14,80 €

Nettoentgelt des Minijobbers = 385,20 € ( = 400 € – 14,80 €)

 

So wirkt die Mindestbemessungsgrundlage

Für die rentenversicherungspflichtigen Minijobber sind die Rentenversicherungsbeiträge mindestens aus der Mindestbemessungsgrundlage von 175 € monatlich zu berechnen. Das bedeutet für den rentenversicherungspflichtigen Minijobber, dass bei einem geringeren Verdienst, also weniger als 175 €, höhere Rentenversicherungsbeiträge anfallen. Denn Sie als Arbeitgeber tragen stets nur die 15 % pauschale Rentenversicherungsbeiträge aus dem tatsächlichen Entgelt. Sollte dieses unter 175 € liegen, so hat der Arbeitnehmer Rentenversicherungsbeiträge aus der Differenz (also seinem Verdienst bis zu 175 €) selbst vollständig zu tragen. Read more So rechnen Sie 2017 Ihre rentenversicherungspflichtigen Minijobber ab

Kurzfristige Aushilfen im Weihnachtsgeschäft einsetzen

Die Weihnachtszeit beginnt. Das heißt im Einzelhandel und in der Gastronomie, dass jetzt wieder die Zeit für kurzfristige Aushilfen im Weihnachtsgeschäft beginnt. Denn gerade im Einzelhandel und der Gastronomie brummt jetzt das Geschäft – jedenfalls wünsche ich dies den Betriebsinhabern. Aber auch andere Branchen haben natürlich zum Jahresende oftmals einen erhöhten Personalbedarf – hier gelten die folgenden Ausführungen natürlich auch.

In vielen Branchen bedeutet aber „gutes Geschäft“ auch viel Arbeit, die mit zusätzlichem Personalaufwand bewältigt werden muss. Hier bietet es sich deshalb an, mit kurzfristigen Aushilfen zu arbeiten. Denn diese sind flexibel einsetzbar und können für einen kurzen überschaubaren Zeitraum wesentlich besser die Auftragsspitzen abfangen, als 450-€-Kräfte.

Richtig eingesetzt können Sie eine kurzfristige Aushilfe im Weihnachtsgeschäft sozialversicherungsfrei (ohne Sozialversicherungsbeiträge) beschäftigen. Auch ist der Verdienst – anders als bei den Minijobbern – nicht nach oben begrenzt, so dass volle Flexibilität gewährleistet ist. Als Lohnuntergrenze gilt natürlich der aktuelle Mindestlohn.

Auch aus steuerlicher Sicht genießen kurzfristige Aushilfen einige Vorteile. Da sie oftmals nur über geringe Jahreseinkünfte verfügen, zahlen oft nur wenig oder keine Steuern. Eine kurzfristige Aushilfe im Weihnachtsgeschäft ist daher eine gute Möglichkeit Auftragsspitzen in dieser Zeit abzufangen und eine günstige Arbeitskraft zu beschäftigen. Aber auch für die kurzfristige Aushilfe stellt sich eine solche Beschäftigung äußerst attraktiv dar, da oftmals brutto für netto gearbeitet werden kann.

Wo Licht ist, ist auch Schatten

Allerdings ist beim Einsatz von kurzfristigen Aushilfen in der Weihnachtszeit auch einiges zu beachten, damit es wirklich bei einem kurzfristigen Beschäftigungsverhältnis bleibt und kein teures sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis entsteht.

Darauf müssen Sie bei kurzfristigen Aushilfen im Weihnachtsgeschäft besonders achten

Zunächst einmal gelten die gesetzlichen Grenzen für eine kurzfristige Beschäftigung. Das bedeutet, die Beschäftigung muss im Vorfeld auf maximal drei Monate oder 70 Arbeitstage befristet sein. Wenn Sie eine kurzfristige Aushilfe im Weihnachtsgeschäft einsetzen wollen, erfüllen Sie in der Regel dieses Kriterium, da die Beschäftigung meist für weniger als drei Monate befristet werden kann.

Daneben darf die Beschäftigung nicht berufsmäßig ausgeübt werden. Das heißt, die kurzfristige Beschäftigung darf für den Beschäftigten nicht von wirtschaftlicher Bedeutung sein. Das ist beispielsweise für Schüler der Fall oder auch für Studenten.

Lesen Sie dazu gern meinen ausführlichen Artikel zu diesem Thema .

Empfehlenswert ist auch ein Blick in die Checkliste zur Berufsmäßigkeit von der Minijob-Zentrale. Hier finden Sie eine Übersicht über eine Vielzahl von Personengruppen und deren Einstufung als „Berufsmäßige“.

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So ermitteln Sie den Urlaubsanspruch von Minijobbern

Bei der Beschäftigung von Minijobbern taucht immer wieder die Frage auf, ob Minijobber überhaupt einen Urlaubsanspruch haben und wenn ja wie hoch dieser Urlaubsanspruch ist. Die Frage nach dem grundsätzlichen Urlaubsanspruch von Minijobbern lässt sich mit einem klaren JA beantworten.

Ihre Minijobber gelten nämlich arbeitsrechtlich als (Teilzeit)Arbeitnehmer und haben daher im Grunde dieselben Ansprüche wie Ihre vollzeitbeschäftigten Mitarbeiter. Damit ist der grundsätzliche Urlaubsanspruch von Minijobbern geklärt.

Natürlich haben damit die Minijobber auch die weiteren Arbeitnehmerrechte wie Ihre Vollzeit-Arbeitnehmer auch. Lesen Sie dazu gern meinen Artikel zu diesem Thema „Auch Minijobber haben Rechte„.

Es stellt sich nun aber die viel spannendere (und oft kontrovers diskutierte) Frage, wie hoch der Urlaubsanspruch von Minijobbern ist. Instinktiv denken jetzt viele von Ihnen, dass der Urlaubsanspruch von Minijobbern natürlich nicht so hoch sein kann, wie der Urlaubsanspruch eines Vollzeitarbeitnehmers. Dies trifft in der Vielzahl der Fälle natürlich auch zu. Es gilt hierbei jedoch auf wichtige Details zu achten. Denn unter Umständen können die Urlaubstage eines Minijobbers sehr wohl genauso hoch sein, wie die Urlaubstage eines Vollzeit-Arbeitnehmers.

Anzahl der Wochenarbeitstage bestimmt den Urlaubsanspruch von Minijobbern

Die entscheidende Frage für den Urlaubsanspruch von Minijobbern lautet: Wie viele Wochenarbeitstage der Minijobber regelmäßig arbeitet. Denn diese Wochenarbeitstage beeinflussen die Anzahl der Urlaubstage, die der Minijobber im Vergleich zu einem Vollzeitarbeitnehmer erhält. Je mehr Wochentage der Minijobber arbeitet, desto höher ist auch sein Urlaubsanspruch.

So berechnen Sie die Urlaubsansprüche Ihrer Minijobber

Bei der Berechnung der Urlaubsansprüche Ihrer Teilzeitkräfte stellen Sie auf die regelmäßigen Wochenarbeitstage ab. Das wird bei den Vollzeitarbeitnehmern regelmäßig eine 5-Tage-Woche sein.

Arbeiten Ihre Minijobber an weniger als 5 Tagen je Woche, so kürzen Sie den Jahresurlaubsanspruch im Verhältnis der Wochenarbeitstage. Hierfür können Sie folgende Formel verwenden:

Urlaubsanspruch eines Vollzeitbeschäftigten x Individuelle Wochenarbeitstage

Wochenarbeitstage bei Vollzeit


Beispiel:

Im Betrieb arbeiten die Vollzeitarbeitnehmer 5 Tage je Woche und haben einen Urlaubsanspruch von 30 Tagen. Ihr Minijobber arbeitet je 2 Tage wöchentlich.

Somit hat er 12 Urlaubstage im Jahr.

30 Urlaubstage x 2 Wochenarbeitstage  =    12 Tage

                        5 Wochenarbeitstage


Immer Mindesturlaub für den Urlaubsanspruch von Minijobbern?

Viele werden sich nach der oben genannten Ermittlung der Urlaubstage der Minijobber denken, das ist ja ganz schön viel. Die Minijobber kommen oft nicht jede Woche zum Einsatz, so dass der Urlaubsanspruch ganz schön üppig ausfällt. Kann hier nicht einfach der Mindesturlaub verwendet werden?

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Geringverdiener 2017: Zusatzbeitrag bleibt unverändert

Der Zusatzbeitrag zur Krankenversicherung bleibt auch im Jahr 2017 unverändert bei 1,1 %. Zum 1.11.2016 war es wieder einmal soweit. Der Schätzerkreis, ein Expertengremium, der gesetzlichen Krankenversicherung hat den durchschnittlichen Zusatzbeitrag für das Jahr 2017 bekannt gegeben. Zwar muss das Bundesministerium für Gesundheit den Zusatzbeitrag noch offiziell bestätigen, doch besteht daran im Grunde kein Zweifel.

Der durchschnittliche Zusatzbeitrag zur Krankenversicherung hat für den Großteil Ihrer pflichtversicherten und freiwillig krankenversicherten Arbeitnehmer keine Auswirkungen. Denn für diese müssen Sie die Beiträge zur Krankenversicherung um den kassenindividuellen Zusatzbeitrag erhöhen. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag hingegen hat letztlich nur Auswirkungen für die Beitragsberechnung Ihrer Geringverdiener.

Das sind Geringverdiener

Von Geringverdienern spricht man in der Lohnabrechnung, wenn das regelmäßige monatliche Arbeitsentgelt nicht mehr als 325 € beträgt. In der Praxis sind dies im Grunde Auszubildende, deren Arbeitsentgelt 325 € im Monat nicht übersteigt. Der andere Personenkreis, der von dieser Regelung betroffen ist, sind Personen im Rahmen eines freiwilligen sozialen oder ökologischen Jahres.

Für Geringverdiener gilt in der Lohnabrechnung, dass die Arbeitnehmer selbst keine Eigenanteile zur Sozialversicherung zahlen. Vielmehr übernimmt der Betrieb (Arbeitgeber) die vollen Beiträge und zahlt diese an die Sozialversicherung.

In der Krankenversicherung zahlt der Arbeitgeber dann jedoch nicht den kassenindividuellen Zusatzbeitrag zur Krankenversicherung, sondern den durchschnittlichen Zusatzbeitrag zur Krankenversicherung von 1,1 % in den Jahren 2016 und 2017.

Obwohl die Geringverdiener selbst keine Sozialversicherungsbeiträge zahlen, sind sie voll sozialversichert. Dies unterscheidet sie von den Minijobbern, die ja bis zu 450 € monatlich verdienen dürfen, ohne dass daraus eine Sozialversicherungspflicht resultiert. Als Geringverdiener gelten somit nur die beiden oben genannten Personengruppen. Alle anderen Personen mit einem Entgelt bis zu 450 € monatlich, gelten im Grunde als Minijobber soweit nicht besondere Regelungen für diese Personen gelten.

Beitragsberechnung für Geringverdiener 2017 (fast) unverändert

Die Beitragsberechnung für Ihre Geringverdiener bleibt somit im Jahr 2017 nahezu unverändert. Allerdings müssen Sie natürlich auch für diesen Personenkreis den erhöhten Pflegversicherungsbeitragssatz von 2,55 % berücksichtigen.


Berechnungsbeispiel Geringverdiener 2017:

Ein Auszubildender erhält eine monatliche Ausbildungsvergütung von 300 €, er ist somit ein Geringverdiener.

Der Arbeitnehmer selbst zahlt keine Sozialversicherungsbeiträge.

Arbeitgeberbeiträge:

Krankenversicherung:        300 € x 14,6 % = 43,80 €

Zusatzbeitrag KV:               300 € x 1,1 %   =   3,30 €

Rentenversicherung:          300 € x 18,7 % = 56,10 €

Arbeitslosenversicherung: 300 € x 3,0 %   =  9,00 €


Bei Geringverdienern Personengruppenschlüssel beachten

Auszubildende, deren monatliches Entgelt regelmäßig nicht mehr als 325 € beträgt, sind mit einem besonderen Personengruppenschlüssel an die Sozialversicherung zu melden, für den Personenkreis der Geringverdiener-Azubis gilt der Personengruppenschlüssel „121“ und für Personen im freiwilligen sozialen oder ökologischem Jahr gilt der Schlüssel „123“. Der Beitragsgruppenschlüssel ist jeweils „1111“, da die Geringverdiener voll sozialversicherungspflichtig sind.

Haben Sie Fragen zum Thema Geringverdiener 2017, dann freue ich mich auf Ihr Feedback. Hinterlassen Sie mir bitte einen Kommentar dazu.

So können Sie bei Krankheit das Weihnachtsgeld kürzen (Teil 3)

Das Weihnachtsgeld kürzen bei Kurzerkrankungen? Wie Sie bereits in den ersten beiden Teilen dieser Artikelserie zu den Kurzerkrankungen gelesen haben, sind die Kurzerkrankungen von Minijobbern im Moment im Fokus. Das hat damit zu tun, dass mir immer wieder Betriebe berichten, dass es gerade in dieser Jahreszeit Arbeitnehmer gibt, die sich beim ersten kleinen Anzeichen einer Erkältung sofort krankmelden.

Natürlich sollen erkrankte Arbeitnehmer nicht zur Arbeit kommen, sondern sich verdientermaßen erholen. Doch die Erholung nehmen einige Arbeitnehmer etwas zu genau. Viele scheinen sich nämlich zu denken, dass ein zusätzlicher freier Tag nicht ganz so schlecht ist und machen einfach einen Tag lang blau.

Wir reden hier nicht vom Gros der Arbeitnehmer, aber es gibt leider immer wieder einige schwarze Schafe, die sich auf Kosten der Gemeinschaft ein bequemes (Arbeits)leben machen.

Kurzerkrankungen clever eindämmen und Weihnachtsgeld kürzen?

Neben der Möglichkeit, bereits ab dem ersten Krankheitstag das ärztliche Attest im Betrieb vorlegen zu müssen (Teil 1: So wehren Sie sich gegen Kurzerkrankungen) oder der Lohnkürzung bei fehlenden Arztbescheinigungen (Teil 2: Wie Sie bei fehlenden Attesten reagieren können) gibt es aber auch noch einen weiteren Weg, um Kurzerkrankungen in Ihrem Betrieb einzudämmen. Sie können –  sofern Sie Weihnachtsgeld zahlen – dieses kürzen, wenn der Arbeitnehmer Entgeltfortzahlung erhält.

So kürzen Sie das Weihnachtsgeld oder andere Sondervergütungen

Wenn Sie freiwillig Weihnachtsgeld an Ihre Minijobber auszahlen, dann können Sie dieses auch vermindern. Es ist nämlich zulässig und auch gesetzlich vorgesehen, dass Sie Arbeitnehmern, die infolge Krankheit längere Zeit gefehlt haben, das  Weihnachtsgeld kürzen können.

Allerdings darf die Kürzung für jeden Tag der Arbeitsunfähigkeit infolge von Krankheit 25 % des Arbeitsentgelts, das im Jahresdurchschnitt auf einen Arbeitstag entfällt, nicht überschreiten (§ 4a Satz 2 Entgeltfortzahlungsgesetz – EFZG).

Da staunen Sie. Es geht also doch. Allerdings müssen Sie dazu eine entsprechende Vereinbarung mit den Arbeitnehmern treffen, also zum Beispiel in die Arbeitsverträge aufnehmen oder eine entsprechende Betriebsvereinbarung abschließen.

Eine solche Vereinbarung sende ich Ihnen gern zu. Tragen Sie sich einfach am Ende des Artikels in meinen Newsletter ein.

So funktioniert die Berechnung, wenn Sie das Weihnachtsgeld kürzen

Ein Arbeitnehmer fehlte in den letzten 12 Monaten vor Zahlung des Weihnachtsgelds an insgesamt 10 Arbeitstagen. In den vorangegangenen 12 Monaten betrug sein durchschnittliches Entgelt 80 € pro Tag brutto. Die Kürzung, zu der Sie aufgrund der im Arbeitsvertrag getroffenen Vereinbarung berechtigt sind, berechnet sich wie folgt:

80 € durchschnittliches tägliches Entgelt geteilt durch 4 (maximale Kürzung = 25 %) multipliziert mit der Zahl der Krankheitstage =>

80 € : 4 x 10 Tage = 200 €.
Sie können das Weihnachtsgeld also um glatte 200 € kürzen.

Eine Kürzung um einen höheren Betrag als die Sonderzahlung selbst ist nicht zulässig.

 

Eine Musterformulierung für eine solche Vereinbarung „Weihnachtsgeld kürzen“ sende ich Ihnen gern zu.


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Lesen Sie auch weitere Artikel zu dem Thema Kurzerkrankungen in diesem Blog:

Teil 1 – So wehren Sie sich gegen Kurzerkrankungen

Teil 2 – So können Sie bei einem fehlenden Attest reagieren

Häufige Kurzerkrankungen und Kündigungsmöglichkeiten (BAG-Urteil)


 

Gut für Studenten: BAföG-Hinzuverdienstgrenze auf 450 € gestiegen

Zum Beginn des Wintersemesters 2016 steigt die BAföG-Hinzuverdienstgrenze  auf monatlich 450 €. Das entspricht (endlich) der Minijobgrenze, so dass BAföG-Bezieher nun nicht mehr monatlich neben der Minijobgrenze auch noch die BAföG-Hinzuverdientsgrenze im Auge behalten müssen, wenn sie keine BAföG-Kürzung riskieren wollen.

Vorteil für Studenten mit Minijob

Derzeit sind rund eine Millionen Minijobber in Deutschland noch keine 25 Jahre alt. Der Großteil davon studiert oder macht eine Ausbildung. Diejenigen, die zur Finanzierung des Studiums oder der Ausbildung BAföG erhalten, profitieren jetzt von den steigenden Bedarfssätzen und Freibeträgen. Dies gilt insbesondere auch für das Einkommen aus einem Minijob, der neben einem Studium ausgeübt wird.

Seit Beginn des Schuljahres 2016 bzw. für Studenten zum Start des Wintersemesters 2016/2017 bleiben als Freibetrag für einen Hinzuverdienst jährlich nun nämlich sogar 5.400 € anrechnungsfrei auf das BAföG. Das bedeutet, im Durchschnitt können somit 450 € monatlich hinzuverdient werden, ohne dass sich diese dieses Einkommen auf die Höhe des BAföG auswirkt.

Bislang lag diese BAföG-Hinzverdienstgrenze bei 407 € im Monat bzw. 4.880 € im Jahr. Das hat bei vielen Studenten oft zu einem bösen Erwachen geführt, da sie oft aus Unwissenheit immer davon ausgegangen sind, dass ein Minijob mit 450 € anrechnungsfrei war. Das böse Erwachen kam dann stets, wenn sich herausstellte, dass die 450 € Verdienst im Minijob leider höher als die (bisherige) Hinzuverdienstgrenze von 407 € (4.880 € im Jahr) war. Die Folge: Viele Studenten überschritten mit ihrem Minijob diese Grenze und es kam zu einer BAföG-Kürzung.

Genau hinsehen, es kommt auf den Bewilligungsbescheid an

Die neue Hinzuverdienstgrenze gilt ab dem Wintersemester 2016/2017. Wichtig dabei für die Studierenden ist, dass sich die Einkommensermittlung bei der BAföG-Prüfung immer auf den Bewilligungszeitraum bezieht. Dieser steht im BAföG-Bescheid.

Tipp: BAföG-Bezieher sollten erst den Bewilligungszeitraum prüfen, bevor sie ihren Arbeitsverdienst erhöhen. Ansonsten kann es zu einer BAföG-Kürzung kommen.

In der Regel liegt der Bewilligungszeitraum bei einem Jahr. Fällt er jedoch kürzer aus, reduziert sich natürlich auch die Hinzuverdienstgrenze für die jeweiligen Monate des Jahres. Es ist dann also nicht mehr ein Hinzuverdienst von 5.400 € anrechnungsfrei, sondern beispielsweise nur noch von 4.500 €, wenn der Bewilligungszeitraum nur 10 Monate beträgt (= 10 Monate x 450 €).

BAföG-Bezieher können nun vollen Minijobverdienst erzielen

Studenten, die BAföG beziehen und 450 € im Minijob verdienen, haben somit ab dem Wintersemester 2016/2070 keine Kürzung der staatlichen Unterstützung mehr zu befürchten. Das ist eine positive Mitteilung. Es ist dabei egal, ob ein Minijob mit 450 € ausgeübt wird oder mehrere Minijobs nebeneinander, die zusammengerechnet die 450 € Grenze nicht überschreiten.

Das sollten Sie im Lohnbüro beachten

Im Grunde braucht im Lohnbüro natürlich keinen BAföG-Informationen an die Mitarbeiter weitergegeben werden. Allerdings ist es für den Betrieb eine gute Visitenkarte, wenn den beschäftigten Studenten der ein oder andere hilfreiche Tipp gegeben werden kann. Denn viele Studenten haben noch gar nicht von dieser Erhöhung der Hinzuverdienstgrenze erfahren. Sie können somit den Studenten einen guten Tipp mit auf dem Weg geben.

Die Erhöhung der BAföG-Hinzuverdienstgrenze hat aber auch für den Betrieb selbst einen nicht zu unterschätzenden Vorteil. Denn aufgrund der Mindestlohnerhöhung ab 1.1.2017 reduziert sich (eventuell) bei einigen Minijobbern die Arbeitszeit, da sie ansonsten die 450-€-Grenze überschreiten.

Dann ist es doch eine gute Möglichkeit, wenn Sie Ihre Studenten, die BaföG beziehen, für 450 € im Monat beschäftigen können und so die ein oder andere ausgefallene Minijobberstunde aus Ihrem „Mitarbeiterbestand“ auffangen zu können.

Feedback erwünscht

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Lesen Sie bitte auch meinen Beitrag zu den gestiegenen Sätzen beim Meister-BAfÖG.

Das ist die Gleitzonenformel 2017 für Ihre Midijobber

Zum bevorstehenden Jahreswechsel 2016/2017 ändern sich wieder einige Rechenwerte und Beitragssätze in der Sozialversicherung. Das hat auch Auswirkungen auf Ihre Gleitzonen-Arbeitnehmer, die ein regelmäßiges Entgelt zwischen 450 € und 850 € im Monat verdienen. Hier ändert sich für 2017 der Gleitzonenfaktor „F“.

Die Gleitzonenformel wurde bereits im Jahr 2003 eingeführt. Seitdem gilt eine besondere Beitragsberechnung für Arbeitnehmer, die mit ihrem regelmäßigen Arbeitsentgelt im Monat knapp über der Minijobgrenze liegen. Derzeit liegt ein Arbeitnehmer mit einem regelmäßigen Monatsverdienst von 450,01 € bis 850 € im Monat in der Gleitzone. Es handelt sich dann um einen Gleitzonen-Arbeitnehmer oder auch Midijobber genannt.

Die besondere Beitragsberechnung für diese Personen erfolgt über eine besondere Berechnungsformel, der Gleitzonenformel. In dieser ist neben dem Entgelt auch stets der „Gleitzonenfaktor F“ enthalten.

Gleitzonenfaktor – so wird er berechnet

Der Gleitzonenfaktor F setzt sich aus den (für das jeweilige Kalenderjahr) Beitragssätzen zur Sozialversicherung zusammen. Um den Gleitzonenfaktor zu erhalten wird der Wert 30 durch die Summe der Beitragssätze zur Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung geteilt.

Somit ergibt sich eine neue Gleitzonenformel 2017 für das kommende Jahr. Denn der Beitragssatz zur Pflegeversicherung steigt ab 1.1.2017 um 0,2 % auf dann 2,55 % – es hat sich somit die Summe der Sozialversicherungsbeitragssätze erhöht und der Gleitzonenfaktor vermindert sich.

Gleitzonenfaktor und neue Gleitzonenformel 2017

Im Jahr 2017 liegt die Summe der Beitragssätze zur Sozialversicherung bei 39,95 %. Das ergibt einen Gleitzonenfaktor 2017 von 0,7509 (= 30 : 39,95 %).

Daraus ergibt sich auch eine neue (vereinfachte) Formel für die Abrechnungen im Jahr 2017. Die Gleitzonenformel für 2017 lautet:

1,2802375 x Arbeitsentgelt – 238,201875


Beispiel:

Ein Midijobber verdient monatlich 600 €. Daraus ergibt sich für 2017 ein reduziertes beitragspflichtiges Entgelt von 529,94 €

Berechnung:

1,2802375 x 600 € – 238,201875 = 529,94 €


Übrigens: Für das Jahr 2016 betrug der Gleitzonenfaktor 0,7547.

Beitragsberechnung in der Gleitzone

Die Beitragsberechnung der Gleitzonen-Arbeitnehmer erfolgt dann nach einem unveränderten Schema in drei Schritten.

Zuerst ist der Gesamtbeitrag je Sozialversicherungszweig auf die reduzierte beitragspflichtige Einnahme zu ermitteln (im Beispiel also von 529,94 €).

Unter Umständen sind noch der Zusatzbeitrag zu der Krankenkasse des Arbeitnehmers und gegebenenfalls der Beitragszuschlag für Kinderlose in der Pflegeversicherung zu berechnen. Diese beiden werden dann dem Arbeitnehmerbeitrag noch hinzugeschlagen.

Im nächsten Schritt wird dann der Arbeitgeberanteil berechnet. Dies erfolgt durch Berechnung des halben Beitragssatzes (Arbeitgeberanteil) je Sozialversicherungszweig mit dem tatsächlichen Arbeitsentgelt (hier 600 €).

Im letzten Schritt wird dann der Arbeitnehmeranteil ermittelt. Dies geschieht dadurch, dass der Gesamtbeitrag um den Arbeitgeberbeitrag reduziert wird.

Das ist neu im Jahr 2017

Viel geändert hat sich bei den Beitragssätzen nicht. Daher bleibt es bei den Gleitzonenarbeitnehmern im Grunde bei einer unveränderten Beitragsbelastung im Jahr 2017.

Es ist zwar der Pflegeversicherungsbeitragssatz um 0,2 % gestiegen, doch wenn Sie sich die Berechnung einmal genau ansehen, dann reden wir hier über relativ geringe Beitragsmehrbelastungen für den Arbeitnehmer. Das sind nämlich tatsächlich weit weniger als 1 €.

Für Sie im Lohnbüro gilt es zum Jahreswechsel darauf zu achten rechtzeitig das Softwareupdate für Ihre Lohnsoftware einzuspielen und zu prüfen, welche Arbeitnehmer eventuell durch den gestiegenen Mindestlohn aus dem Minijob herausfallen und künftig als Midijobber abzurechnen sind. Lesen Sie dazu bitte auch meinen Artikel zu den Auswirkungen des Mindestlohns auf Minijobs.

Fragen und Anregungen

Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, freue ich mich auf einen Kommentar von Ihnen. Ich werde mich dann gern dazu äußern und Ihre Fragen beantworten.


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Wie soll das Lohnbüro das von einer Mehrfachbeschäftigung wissen? (Teil 3)

Neben der komplizieren versicherungsrechtlichen Beurteilung einer Mehrfachbeschäftigung gibt es für Sie im Lohnbüro jedoch noch ein anderes – wahrscheinlich sogar – wesentlich größeres Hindernis. Die Frage nach der Entgelthöhe im anderen Job des Mehrfachbeschäftigten ist für die Beurteilung nötig. Ohne das Fremdentgelt aus der anderen Beschäftigung ist Ihnen im Lohnbüro keine seriöse Beurteilung möglich. Doch wie sollen Sie an diese Daten kommen? Und ebenfalls entscheidend, wie erfahren Sie überhaupt von weiteren Jobs Ihres Arbeitnehmers?

Ist eine Nebenbeschäftigung überhaupt zulässig?

Viele von ihnen fragen sich sicher, ob es überhaupt zulässig ist einen weiteren Job auszuüben. Die Antwort ist ein relativ eindeutiges JA. Verbieten können Sie als Arbeitgeber eine weitere Beschäftigung des Arbeitnehmers nämlich nicht.

Allerdings gibt es hierzu in der Rechtsprechung natürlich ein paar Fälle, in denen ein Nebenjob doch verboten werden kann. Doch im Grunde gilt: Solange der Arbeitnehmer seine Pflichten (Arbeitsleistung) in seiner Beschäftigung bei Ihnen erbringt, müssen Sie ihn gewähren lassen. Ausgenommen davon sind Tätigkeiten bei der Konkurrenz oder wenn es aus anderen Gründen Ihrem Unternehmen schaden würde.

Ein klassisches Beispiel dafür sind stets Beschäftigungen, die der Beschäftigung bei Ihnen zuwiderlaufen. Also beispielsweise die Tätigkeit einer Bankangestellten als Geldeintreiberin für ein Inkassobüro könnte darunterfallen.

Andere Nebenbeschäftigungen, also beispielsweise die Tätigkeit einer Blumenhändlerin als Thekenkraft in einem Restaurant, können kaum verboten werden.

Wie erfahren Sie nun von der Mehrfachbeschäftigung?

Idealerweise spricht Ihr Arbeitnehmer vor Beginn einer Mehrfachbeschäftigung das Thema selbst an. Vielfach wird das aber schlichtweg vergessen oder der Arbeitnehmer ist der Meinung, dass eine Mehrfachbeschäftigung den anderen Arbeitgeber nichts angeht.

Das ist zwar grundlegend falsch, doch sollten Sie als Arbeitgeber Ihre Minijobber über Ihre Pflichten aufklären. Daher empfehle ich Ihnen einen Fragebogen für Ihre Minijobber, den Sie ganz einfach per E-Mail anfordern können.

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Mehrfachbeschäftigte in der Lohnabrechnung

Im Grund müssten Sie sich monatlich mit dem anderen Lohnbüro in Verbindung setzen und die Entgelthöhe erfragen. Das ist allerdings ein immenser Aufwand und ganz ehrlich kann ich Betriebe verstehen, die sich diesen Aufwand nicht machen wollen und auf diese Multi-Minijobber dankend verzichten.

Natürlich gibt es aber auch Betriebe, die einfach auf die Minijobber angewiesen sind und dringend qualifizierte Arbeitskräfte benötigen. Für diese Betriebe heißt es letztlich in den sauren Apfel beißen und eine zeitnahe Abstimmung mit dem anderen Lohnbüro auf den Weg zu bringen.

Handelt es sich bei den Minijobs in beiden Fällen um einen festen Monatslohn, ist es relativ unkompliziert. Da die Berechnung sich monatlich oft nicht unterscheiden wird. Schwierig und zeitaufwendig ist es, wenn die Jobs jeweils mit Stundenlohn berechnet werden. Dann heißt es Monat für Monat sich mit dem anderen Lohnbüro abzustimmen.

So schützen Sie sich vor Nachforderungen

Weiter oben in diesem Artikel, habe ich darauf hingewiesen, dass es durch die Zusammenrechnung mehrerer Beschäftigungen zu einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis kommen kann. Das bedeutet für Sie als Betrieb, aber leider auch, dass es im Rahmen einer Betriebsprüfung zu Nachzahlungen kommen kann.

Das gilt selbst dann, wenn Sie von der Mehrfachbeschäftigung nichts gewusst haben. Die Sozialversicherung vertritt nämlich die Meinung, dass Sie im Lohnbüro nachweisen müssen, dass Sie sich um diese Informationen bemüht haben. Können Sie diesen Nachweis nicht führen, dann kann die Sozialversicherung die Nachzahlung der Beiträge verlangen, wenn eine rückwirkende Versicherungspflicht festgestellt wird.

Nachweis einfach gemacht

Um diesen Nachweis führen zu können, müssen Sie darlegen können, dass Sie von den weiteren Tätigkeiten des Arbeitnehmers nichts gewusst haben. Dies können Sie letztlich nur, wenn Sie einen entsprechenden schriftlichen Nachweis vom betroffenen Arbeitnehmer in den Lohnunterlagen haben.

In der Praxis hat sich hier eine Checkliste der BDA (Bundesvereinigung der Arbeitgeber) als tauglich erwiesen. Lassen Sie sich diese Checkliste (Frageborgen) von jedem Minijobber beim Beschäftigungsbeginn vorlegen. Denn nur so können Sie gegenüber dem Sozialversicherungsprüfer den erforderlichen Nachweis erbringen und entgehen so eventuellen Nachzahlungen.

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Haben Sie Fragen?

Haben Sie Fragen oder Anregungen zum Thema Minijobs, dann hinterlassen Sie mir gern einen Kommentar oder senden Sie mir eine E-Mail. Ich freue mich auf Ihr Feedback.

 

Mehrfachbeschäftigte Minijobber: Hauptjob neben dem Minijob (Teil 2)

Nachdem es im ersten Teil der Miniserie zu den mehrfachbeschäftigten Minijobbern um mehrere parallel ausgeübte Minijobs ging, handelt der zweite Teil der Serie von Arbeitnehmern, die neben ihrem Hauptjob noch einen oder weitere Minijobs als Nebenjob ausüben.

Konkret geht es hier um die folgende Konstellation: Ein Arbeitnehmer übt ein oder mehrere Minijobs neben einer (versicherungspflichtigen) Hauptbeschäftigung aus. Das bedeutet, der Minijobber arbeitet (hauptsächlich) in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis (Hauptjob) und der Minijob ist eine Nebenbeschäftigung. Übt er neben seinem Hauptjob nur einen Nebenjob im Minijob aus, so können Sie diesen (einen) Nebenjob als „normalen“ Minijob abrechnen. Eine Zusammenrechnung mit der Hauptbeschäftigung ist bei einem Minijob (nebenher) nicht vorzunehmen.


Beispiel:

Ein Arbeitnehmer arbeitet hauptberuflich in einer 40-Stunden-Woche für 3.000 € im Monat. Es handelt sich um ein versicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis. Im Nebenjob arbeitet er bei Ihnen für 300 € monatlich als Minijobber.

Der Minijob bei Ihnen wird nicht auf den Hauptjob angerechnet.


Kniffelig: Hauptjob und 2 oder mehr Minijobs

Besonders schwierig wird es aber, wenn ein Arbeitnehmer neben seinem Hauptjob bzw. einer versicherungspflichtigen Beschäftigung (mit regelmäßig mehr als 450 €) mehrere Minijobs parallel dazu ausübt, also eon Mulit-Nebenjobber.

Dann gilt nämlich: Der zeitlich zuerst aufgenommene Minijob (neben der versicherungspflichtigen Beschäftigung) darf als versicherungsfreier Minijob abgerechnet werden. Der (zeitlich) zweite Minijob muss hingegen mit der versicherungspflichtigen Beschäftigung zusammengezählt werden. Dadurch ist der zweite Minijob versicherungspflichtig – ausgenommen in der Arbeitslosenversicherung (hier wird nicht zusammengerechnet).

Beispiel:

Ein Arbeitnehmer arbeitet hauptberuflich in einer 40-Stunden-Woche für 3.000 € im Monat. Es handelt sich um ein versicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis.

Nebenbei arbeitet er seit 1.1. bei Arbeitgeber A für 220 € monatlich als Minijobber. Ab 1.10. nimmt er auch noch einen Minijob bei Ihnen für 200 € monatlich auf,

 Der Minijob bei Ihnen ist versicherungspflichtig, da er als zweiter Minijob neben einer Hauptbeschäftigung angerechnet wird und dann versicherungspflichtig zur Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung wird. Der Job ist jedoch arbeitslosenversicherungsfrei.


Mehrere Minijobs neben dem Hauptjob: Das ist teuer in der Steuer

Wird ein zweiter Nebenjob als Minijob neben der versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung ausgeübt, so kommt in diesem zweiten Minijob die Pauschsteuer von 2 % für den zweiten Minijob nicht mehr infrage. Vielmehr muss dann dieser über die Steuerklasse 6 abgerechnet werden – das ist regelmäßig eine teure Angelegenheit.

Alternativ dazu kann zwar auch eine pauschale Lohnsteuer in Höhe von 20 % zum Tragen kommen, doch ist das in aller Regel auch keine wirklich günstige Lösung. Daher macht es vielfach finanziell einfach keinen Sinn einen zweiten Minijob neben einer versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung auszuüben. Meine Empfehlung ist daher, dass Sie diese Konstellation – wenn möglich – vermeiden sollten.

Der erste Minijob neben dem Hauptjob kann übrigens über die 2-prozentige Pauschsteuer abgerechnet werden.

Haben Sie Anregungen oder Fragen zu diesem Thema, dann hinterlassen Sie mir doch bitte einen Kommentar. Ich nehme Ihre Anregungen gern auf.


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Im 3. Teil dieser Miniserie geht es darum, wie Sie sich im Lohnbüro gegen die Probleme von Mehrfachbeschäftigungen wappnen können und sich vor Nachforderungen durch die Sozialversicherungsprüfer schützen können.

Im 1. Teil stelle ich Ihnen die Mehrfachbeschäftigung vor. Hier geht es unter anderem um die Beurteilung mehrerer parallel ausgeübter Minijobs.