Achten Sie auf diese Punkte bei Schülerjobs

Stellen Sie in den Ferien oder in den Nachmittags- und Abendstunden Schülerjobs zur Verfügung, sollten Sie auf einige Punkte besonders Acht geben. Denn die Betriebsprüfer schauen bei den Schülerjobs gern etwas genauer hin. So hat schon mancher Betrieb ein teures Wunder bei einer Betriebsprüfung erlebt, weil er Schülerjobs angeboten hat.

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So wehren Sie sich gegen „Kurzerkrankungen“ (Teil 1)

In vielen Betrieben müssen die Arbeitnehmer erst am 3. Tag einer krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit einen ärztlichen Nachweis der Arbeitsunfähigkeit (gelben Schein) abgeben. Sehr zum Ärgernis vieler Betriebe nutzen einige Arbeitnehmer diese Karenztage, um sich den ein oder anderen freien Extra-Urlaubstag durch eine Kurzerkrankung zu gönnen. Das ist doppelt ärgerlich, denn es kostet Geld und Nerven. Es gibt aber Mittel die die Kurzerkrankung, die helfen können.

Vielleicht kennen Sie auch die Situation vor oder nach einem Wochenende. Sie haben die Arbeitseinsätze organisiert und auch einige Minijobber eingeplant. Montagmorgen kommen dann tröpfchenweise Anrufe oder E-Mails mit den „Krankmeldungen“ der Aushilfen aufgrund einer Kurzerkrankung.

Frei nach dem Motto „heute ist Montag, ich bin krank“. Das heißt für Ihre Arbeitsplanung, dass Sie nun wieder neu planen müssen und kurzfristig versuchen, andere Aushilfen für die Arbeiten zu aktivieren. Das ist nervig und leider oft auch erfolglos, da Sie nicht alle Aushilfen, die Sie benötigen zur Verfügung haben, da diese schlichtweg „von jetzt auf gleich“ nicht zur Arbeit kommen können.

Ersatzkräfte kosten Geld

Aber nicht nur, dass Ihre Einsatzplanung über den Haufen geworden ist. Auch finanziell sind diese Erkrankungen mit Auswirkungen verbunden. Schließlich müssen Sie für die „erkrankten Aushilfen“ auch bei einer Kurzerkrankung Entgeltfortzahlung leisten und die Ersatzkräfte kommen mit Sicherheit auch nicht „umsonst“ zur Arbeit, sondern wollen natürlich ihre Arbeitszeit entlohnt haben. Im Extremfall heißt es also doppelte Kosten.

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Keine Entgeltfortzahlung für neue Minijobber

Die ersten Arbeitstage bei Minijobber sind besonders wichtig. Denn hier entscheidet sich bereits, ob Sie den Minijobber im Betrieb gebrauchen können oder nicht. Leider gibt es bekanntlich unter den Minijobbern nicht nur „tolle Arbeitnehmer“, sondern leider auch oft genug faule Eier. Daher ist es besonders ärgerlich, wenn ein neuer Minijobber kurz nach Beginn des Arbeitsverhältnisses einen gelben Schein bei Ihnen einreicht.

Nutzen Sie die Wartezeit und zahlen Sie keine Entgeltfortzahlung

Legt der Minijobber einen gelben Schein (Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung) bei Ihnen vor, so müssen Sie auch bei den Minijobbern das Entgelt fortzahlen. Denn auch für Minijobber gilt das Entgeltfortzahlungsgesetz. In § 3 Absatz 1 EFZG ist die Entgeltfortzahlung für Arbeitnehmer beschrieben.

So ist dort geregelt, dass ein Arbeitnehmer für die Dauer von bis zu 6 Wochen Entgeltfortzahlung (EFZ) erhält, wenn er durch Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit an seiner Arbeitsleistung verhindert ist. Eine weitere Voraussetzung ist dabei, dass den Arbeitnehmer kein Verschulden an der Arbeitsunfähigkeit treffen darf.

Da Sie im Betrieb das Verschulden kaum beurteilen können, müssen Sie sich auf das ärztliche Attest (Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung) verlassen und in den sauren Apfel beißen. Legt der Minijobber Ihnen eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vor, so bekommt er für den Krankheitszeitraum den Lohn fortgezahlt, den er bei Arbeitsleistung erhalten hätte (Entgeltausfallersatz).

Arbeitsunfähigkeit = Entgeltfortzahlung, aber nicht in der Wartezeit!

Liegen die Voraussetzungen vor, so sind Sie als Arbeitgeber zur Entgeltfortzahlung verpflichtet – auch bei Ihren Minijobbern. Der Minijobber erhält also für seine Krankheitszeit den Lohn fortgezahlt, den er erzielt hätte, wenn er gearbeitet hätte. Er wird also so gestellt, als ob er „tatsächlich gearbeitet“ hätte.

Das gilt aber nicht für die ersten 4 Wochen in einem neuen Arbeitsverhältnis. Denn hier kommt eine Sonderregelung nach § 3 Absatz 3 EFZG zum Tragen. Danach brauchen Sie neuen Minijobbern in den ersten 4 Wochen keine Entgeltfortzahlung zahlen, wenn er arbeitsunfähig erkrankt.

Diese „Wartezeit“ gilt natürlich auch für alle anderen Arbeitnehmer, die neu in ein Arbeitsverhältnis eingetreten sind.


Beispiel:

Ein Minijobber beginnt am 1.9.2016

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vom 19.9.2016 bis 23.9.2016

Lösung:

Sie kürzen dem Minijobber für diesen Zeitraum den Lohn, da keine Arbeitsleistung erbracht wurde. Entgeltfortzahlung brauchen Sie nicht zahlen, weil der Minijobber noch keine 4 Wochen bei Ihnen tätig war.


Entgeltfortzahlung erst ab dem 29. Tag zahlen

Ist ein Minijobber bereits 4 Wochen (28 Kalendertage) bei Ihnen beschäftigt, so müssen Sie das Entgelt im Falle einer krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit zahlen. Das gilt auch, wenn die Arbeitsunfähigkeit bereits in den ersten 4 Wochen begonnen hat.

Allerdings brauchen Sie dann erst ab dem 29. Kalendertag die Entgeltfortzahlung leisten, weil in den ersten 4 Wochen (28 Tagen) keine Entgeltfortzahlung geleistet werden braucht.

Fortsetzung des Beispiels:

Der Minijobber ist bis zum 30.9.2016 arbeitsunfähig.

Lohnzahlung (Arbeitsleistung): 1.9. bis 18.9.2016

Kein Entgelt (krank in Wartezeit): 19.9. bis 28.9.2016

Entgeltfortzahlung: 29.9. bis 30.9.2016

 

 


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Haben Sie weitere Fragen zur Entgeltfortzahlung von Minijobbern, dann schreiben Sie mir gern eine E-Mail oder hinterlassen einen Kommentar.

 

Woher bekommt der Minijobber dann Geld?

Minijobber, die in den ersten 4 Wochen eines neuen Job arbeitsunfähig erkrankten, erhalten kein Geld. Es gibt in diesem Fall auch keine Entgeltersatzleistug von einer dritten Stelle.

Für Auszubildende oder versicherungspflichtige) Arbeitnehmer springt im Krankheitsfall in den ersten 4 Wochen die Krankenkasse des Arbeitnehmers ein und zahlt dem Arbeitnehmer dann Krankengeld.

 

Denken Sie daran: Minijobber haben auch Arbeitnehmerrechte

Bei den Minijobs in den Betrieben wird oft von den „kleinen Beschäftigungsverhältnissen“ gesprochen. Das stimmt natürlich soweit, dass die Minijobber als 450-€-Kräfte nur ein kleines Gehalt beziehen und bei den kurzfristigen Aushilfskräften und Ferienjobbern, die Beschäftigungszeit nur von kurzer Dauer ist. Beim Thema Arbeitnehmerschutzrechte für Minijobber stehen die Minijobs aber den Vollbeschäftigten in nahezu nichts nach. Auch Ihre Minijobber und kurzfristigen Aushilfen haben Arbeitnehmerrechte, die Sie im Lohnbüro kennen sollten.

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So schützen Sie sich vor Phantomlohn bei Minijobs

Der Phantomlohn ist immer wieder ein Thema bei Betriebsprüfungen durch die Sozialversicherung. Denn anders als im Steuerrecht gilt in der Sozialversicherung das Entstehungsprinzip für die Beitragspflicht. Genau diese Sichtweise sorgt bei den Betrieben regelmäßig für Probleme bei den Betriebsprüfungen. Denn nur durch dieses Entstehungsprinzip kommt es in der Sozialversicherung überhaupt zu dem Problem des Phantomlohns und damit leider auch oft zu empfindlichen Nachzahlungen bei Betriebsprüfungen.

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