Darum brauchen Sie eine Bescheinigung der Krankenkasse für Ihre Minijobber

Vor einigen Tagen erhielt ich eine Email. Hier fragte mich ein Leser, ob denn für Minijobber auch eine Mitgliedsbescheinigung der Krankenkasse nötig sei. Schließlich hat ein Minijobber über den Minijob ja keinen Krankenversicherungsschutz und es können dem Betrieb demnach egal sein, ob der Minijobber krankenversichert ist.

Versicherungsbescheinigung muss sein

Es stimmt. Minijobber haben durch die Ausübung eines Minijobs keinen Krankenversicherungsschutz, obwohl der Arbeitgeber monatlich die pauschalen Arbeitgeberbeiträge zur Krankenversicherung in Höhe von 13 % an die Minijob-Zentrale zahlen muss.

Dennoch benötigen Sie eine Mitgliedsbescheinigung bzw. einen Versicherungsnachweis der Krankenkasse bzw. der Krankenversicherung des Minijobbers. Denn die pauschalen Krankenversicherungsbeiträge sind immer dann vom Arbeitgeber zu zahlen, wenn der Minijobber in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) versichert ist. Hierfür genügt es, wenn der Minijobber im Rahmen einer Familienversicherung über die Eltern oder den Ehepartner versichert ist. Eine eigene Mitgliedschaft (inklusive eigenen Beitragszahlungen) ist hier nicht nötig.

Keine Versicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung

Kann Ihr Minijobber Ihnen jedoch keine Bescheinigung einer gesetzlichen Krankenkasse vorlegen, weil er beispielsweise privat krankenversichert ist (zum Beispiel über Eltern oder Ehegatte), so entfällt die Voraussetzung für die Zahlung der pauschalen Arbeitgeberbeiträge zur Krankenversicherung für diesen Minijobber.

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Das heißt im Klartext: Beschäftigen Sie einen privat krankenversicherten Minijobber, so müssen Sie als Arbeitgeber auch keine pauschalen Arbeitgeberbeiträge zur Krankenversicherung an die Minijob-Zentrale zahlen. Das heißt also: Ein privat krankenversicherter Minijobber ist der billigere Minijobber, da keine pauschalen Arbeitgeberbeiträge zur Krankenversicherung zu zahlen sind.


Beispiel:

Ein Minijobber verdient 450 €

Pauschale Beiträge

Krankenversicherung: 450 € x 13 % = 58,50 €

Rentenversicherung: 450 € x 15 % = 67,50 €

Beschäftigen Sie einen privat krankenversicherten Arbeitnehmer, so sparen Sie die pauschalen Krankenversicherungsbeiträge.


Keine GKV-Versicherung muss belegt werden

Kommen Sie nun aber bitte nicht auf die Idee, Ihre Minijobber als Privatversicherte zu betrachten. Vielmehr sollten Sie in einer Betriebsprüfung nachweisen können, dass kein GKV-Versicherungsschutz vorliegt. Dies funktioniert am einfachsten, wenn Sie für den Minijobber eine Bescheinigung der PKV-Versicherung vorlegen können. Fordern Sie deshalb von Ihren Minijobbern eine entsprechende PKV Bescheinigung an.

In diesem Zusammenhang möchte ich Ihnen auch die Checkliste (Fragebogen) für Minijobber ans Herz legen. Hier wird nämlich genau diese Frage an den Minijobber gestellt (Seite 2 oben). Kreuzt der Minijobber hier „privat versichert“ an und legt Ihnen eine entsprechende Versicherungsbescheinigung der PKV vor, können Sie entspannt auf die pauschalen Krankenversicherungsbeiträge verzichten.

Abonnieren Sie meinen Newsletter und erhalten Sie einen Fragebogen für Ihre mehrfachbeschäftigten Minijobber zum Download.

 

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Insolvenzgeldumlage sinkt 2017 auch für Minijobber

Die vom Arbeitgeber allein getragene Insolvenzgeldumlage sinkt 2017 auf 0,09 % des grundsätzlich rentenversicherungspflichtigen Bruttoentgelts. Damit vergünstigen sich die Lohnnebenkosten für Ihre Minijobber im Jahr 2017 um 0,03 % von 0,12 %.

Arbeitgeber muss Insolvenzgeldumlage zahlen

Bereits seit 2009 müssen Sie als Betrieb die Insolvenzgeldumlage im Rahmen der monatlichen Beitragszahlung überweisen. Sie ist Teil des Beitragsnachweises und ist grundsätzlich von (fast) jedem Betrieb zu zahlen. Die Beiträge zur finden Sie in der Zeile 0500 des Beitragsnachweises.

Ausgenommen sind von der Insolvenzgeldumlage Arbeitgeber der öffentlichen Hand (Bund, Länder, Gemeinden, Körperschaften, Stiftungen und Anstalten des öffentlichen Rechts), diplomatische und konsularische Vertretungen, private Haushalte sowie Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG).

Die Prüfung, ob der Betrieb insolvenzgeldumlagepflichtig ist, obliegt dem Betrieb.

Rentenversicherungspflichtiges Entgelt ist Bemessungsgrundlage

Als Bemessungsgrundlage wird das rentenversicherungspflichtige Entgelt angesetzt. Für Arbeitnehmer, die nicht rentenversicherungspflichtig sind, zum Beispiel von der Rentenversicherungspflicht befreite Minijobber, ist das Entgelt anzusetzen, welches rentenversicherungspflichtig wäre, wenn Rentenversicherungspflicht bestehen würde.

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Minijobs 2017 – kleine Entlastung für kleine Betriebe im U1-Umlageverfahren

Für Betriebe, die am U1-Umlageverfahren teilnehmen, gibt es für Minijobber eine kleine Entlastung ab 1.1.2017. Denn ab Januar 2017 sinkt der Beitragssatz im U1-Umlageverfahren. Die Minijob-Zentrale senkt dann den U1 Beitragssatz von 1,0 % auf 0,9 %. Die Erstattungshöhe im U1-Umlageverfahren der Minijob-Zentrale bleibt unverändert bei 80 %.

Am U1-Umlageverfahren nehmen alle Betriebe teil, die nicht mehr als 30 anrechenbare Arbeitnehmer beschäftigen. Für diese Betriebe gilt ab 2017 der neue verminderte U1-Beitragssatz. Das U1-Umlageverfahren dient dazu kleineren Arbeitgebern einen Teil der Arbeitgeberaufwendungen im Rahmen der Entgeltfortzahlungspflicht zu erstatten. Bei der Minijob-Zentrale werden die Arbeitgeberaufwendungen zu 80 % des Bruttolohns bei Krankheit/Entgeltforzahlung erstattet.

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Neue Flexirente bringt Vorteile für Minijobber

Ab 1.1.2017 gilt die neue Flexirente. Diese bringt auch äußerst interessante Neuerungen für Minijobber mit sich. Minijobber haben mit der Flexirente nämlich künftig viele Vorteile. Genauer gesagt die Altersvollrentner unter den Minijobbern.

Bislang gilt, dass Altersvollrentner in einem Minijob rentenversicherungsfrei sind. Das ändert sich nun durch die neue Flexirente ab 2017. Denn dann kommt als weiteres Kriterium für die Rentenversicherungsfreiheit noch hinzu, dass die Regelaltersgrenze auch erreicht sein muss. Für diejenigen Minijobber, die eine Altersvollrente beziehen, aber noch nicht die Regelaltersgrenze erreicht haben, gilt dann, dass sie rentenversicherungspflichtig sind.

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